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0 Zeichen, 0 Sätze, Dienstag, den 01. März 2011, © 1999 - 2013 | | Datum: | Sonntag, 23.Dezember.2007 | | Meldung: | Typisch Bildungs- und Geschlechterkatastrophe: ARD-Presseclub debattiert über CO2 und deutsche Autoindustrie | | text: | Folgende Argumente dominierten die Sendung "ARD-Presseclub" am 23.12.07.- Das Auto "Hummer" ist ökologischer als Toyota-Hybrid, bezogen auf die Lebenszeit, siehe "Dust to Dust"-Studie (Die Welt, Ansgar Graw)
- CO2-Vermeidungskosten sind 10-mal geringer in chinesischen Kraftwerken als in deutschen Autos (Spiegel, Hans-Jürgen Schlamp)
- Arbeitsplatzvernichtung durch Industriepolitik aus der EU (Die Wirtschaftswoche, Michael Inacker)
- Emotionale Loslösung vom Auto ist absolut notwendig (taz, Bascha Mika)
Wie soll man es nur nennen? Wir nennen es eine Bildungs- und Geschlechterkatastrophe beim Thema Auto und CO2-Abgabe, diskutiert anlässlich des Entwurfs der EU-Kommission. Beim Presseclub diskutierten 3 Männer und eine Frau unter der Moderation eines Mannes, nach jedem Eingangsstatement schauten dann alle Männer dann nur noch auf die Frau - Bascha Mika, Chefredakteurin der taz. Und die konnte auf Grund ihrer Vorbildung (Germanistik, Ethnologie, Philosophie) den Herren leider wenig bis gar nichts entgegen setzen, waren sich doch die Herren einig bei Tempolimit & Co.
Wir möchten dies tun:
Hummer ist ökologischer als Toyota-Hybrid, siehe "Dust to Dust"-Studie (Die Welt, Ansgar Graw)
Die Studie vergleicht die Energiekosten von Wiege zu Bahre der zwei Autos, unterstellt aber unterschiedliche Nutzungen (12 vs 35 Jahre, 100.000 vs 379.000 Meilen). In der Tat haben Limousinen eine längere Lebenszeit als Mittelklassewagen, allerdings unterscheidet diese nur um wenige Jahre. Gleiches gilt für die Fahrleistung. Der Ansatz ist hier schon als unseriös erkennbar. Wir greifen uns nur noch ein Punkt raus, nämlich die Recyclierfähigkeit und -kosten, da genau hier Toyota auf die richtige NiMH-Batterie gesetzt hat: Eine Recyclingquote über 80 % und geringe Recyclingkosten sprechen hier für eine Massenproduktionstauglichkeit.
CNW calculates that it costs $3 in energy to recycle a conventional lead acid battery and more than $93 for the Prius battery. aus http://cnwmr.com/nss-folder/automotiveenergy/DUST%2520PDF%2520VERSION.pdf
Nickel-metal-hydride yields the best return. It produces enough nickel to pay for the process. The highest recycling fees apply to nickel-cadmium and lithium-ion because the demand for cadmium is low and lithium-ion contains little retrievable metal. aus http://www.batteryuniversity.com/partone-20.htm
CO2-Vermeidungskosten sind 10-mal geringer in chinesischen Kraftwerken als in deutschen Autos (Spiegel, Hans-Jürgen Schlamp)
Für den Spiegel ist es eigentlich unwürdig, so etwas wem auch immer nachzureden. Eine 20%ige Verbrauchsreduktion von 162 auf 130 g CO2/km bekommen sie mit einem cW-Wert von 0,25 - kostet nix - und Leichlaufreifen - kosten weniger als ein Drittel der Durschnittsreifen - hin, also sind die Grenzvermeidungskosten negativ, will heissen, Öko spart hier noch Geld. Bis 2012 gilt das wohl zunächst noch so. Bei 8 Gramm pro Kilometer (siehe 1lauto.de muss dann neu gerechnet werden.
Arbeitsplatzvernichtung durch Industriepolitik aus der EU (Die Wirtschaftswoche, Michael Inacker)
Diskutier- und Denkwürdig, es kann aber auch umgekehrt sein: Deutsche Autobauer realisieren höhere Marge im Premiumsegment und können Technologie ohne Verteilung der Entwicklungs- und Werkzeugkosten dann in Kleinwagen einsetzen, schwupp, haben sie aus dieser Anstrengung zwei Wettbewerbsvorteile: Positionierung im Hochmargensegment und günstigere Kosten bei der nächsten Minderungsstufe ab 2012. Das Argument des Minister Gabriels "Es wird möglicherweise nur ein Wettbewerbskrieg zwischen Automobilherstellern ausgelöst, bei dem sich am Ende ein Hersteller großer Fahrzeuge einen Hersteller kleiner Fahrzeuge einverleibt, um dann im Durchschnitt auf die geforderte Kohlendioxid-Menge zu kommen - ohne dass dabei der Ausstoß um ein Gramm gesenkt wird. " (aus http://www.sueddeutsche.de/automobil/artikel/497/149140/ stört ja nicht die Wirtschaftswoche, im Gegenteil, darüber wird ja gerne berichtet.
Emotionale Loslösung vom Auto (taz, Bascha Mika)
Wieso denn, habe ich Ökostrom für 16,7 Cent (=2,50 Euro pro 100 km) und meinen Peugeot 106 electric bei einem Verbrauch von um die 11 kWh ab Energiespeicher, kann ich doch mein Auto lieben - oder auch hassen, ändert definitiv nix an den Emissionen, Frau Mika!
Fazit: Keiner der Journalisten wird dem Renommée des Arbeitsgebers Spiegel, Wirtschaftswoche, taz und Die Welt hier auch nur annähernd gerecht, am wenigsten wahrscheinlich Bascha Mika - die hat aber zumindest die Marschrichtung noch vor Augen. | | Aktion: | Ändern | Löschen |
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